Versuch zu Büchners Lenz
Dunkle Erinnerungen an den Deutschunterricht wurden wach. Sofort besorgte ich mir Büchners Novelle und war fasziniert – von Büchners intensiver, fesselnder Sprache.
Anfang Februar 2024 habe ich mich zum ersten Mal auf die Wanderungen des Lenz begeben und bin bei ziemlich widrigen Wetterbedingungen (Schneeregen, Wind, Nebel etc.) alleine mit der Kamera rund um Waldersbach unterwegs gewesen. Der Ort Waldersbach, etwa 50 km südwestlich von Straßburg gelegen, ist der zentrale Schauplatz der Novelle. Hierher wandert der geisteskranke Lenz von Straßburg kommend, um sich in die Obhut des Pfarrers Oberlin
zu begeben, von dem er sich eine Besserung seines Zustandes erhofft.
Mein Ziel war es, die Wanderungen des vermutlich an Schizophrenie erkrankten Lenz in dieser unwirtlichen Gegend nachzuvollziehen und meine eigenen Gedanken, Erlebnisse und Erfahrungen auf den Wegen in Fotografien zu “übersetzen”. Die entstandenen Fotografien sind also keine Illustrationen der Novelle.
Sie sind auf zwei Reisen Anfang Februar und Anfang März dieses Jahres entstanden. Die Installation aus schwebenden Diapositiven ist in drei verschiedenen Ebenen und Höhen angeordnet, so dass sich die Betrachter im übertragenen Sinne selbst “auf die Wege des Lenz” begeben können.
22 Diapositive schwarzweiß
40 x 50 cm, oben und unten fixiert durch magnetische Stahlschienen
Optisch vergrößert auf Agfa 811p Printfilm
Auflage: 2 Dias je Motiv