Dessen Texte und Zeichnungen wurden erstmals in seiner von ihm herausgegebenen prä-dadaistischen und politischen Zeitschrift “Der Ventilator” und vor allem in der Kölner Dada-Publikation „die schammade” von 1920 (Herausgeber Max Ernst und Johannes Theodor Baargeld) publiziert. Darin findet sich die Prosa-Miniatur 26 DOCH SIMPEL.
Der Dichter Baargeld verwendet darin das Substantiv Brenscheere, meint, Brennschere, ein Werkzeug, das bis zur Etablierung von elektrischen Lockenwicklern der Ondulation des menschlichen Haupthaares diente.
Bei meiner Großmutter wurde ich als Kind oft Zeuge eines derartigen Onduliervorganges. Dieses von mir fotografierte Exemplar einer Ondulierzange hatte sie bisweilen auf dem Herd erwärmt und damit ihr Kopfhaar in Form und Welle gebracht.
Angesichts des fragilen Zustands unserer Welt mit den Menschen-gemachten existenzbedrohenden Krisen hat mich Baargelds Dichtung zu der hier präsentierten Foto-Installation inspiriert. Es ist ein Nonsens-Spiel: statt mit Worten spiele ich mit den bildnerischen Ausdrucksmitteln der Großformatfotografie.
Installation aus 26 Stillleben einer Brennschere auf Fuji FP 100c Instantfilm
(Produktion wurde eingestellt 2016)
Fuji Instant-Fotos
Blattformat: 8,5 x 10,8 cm
Bildformat: 7,3 x 9,5 cm
Faksimilie:
Gedicht 26 doch simpel von Johannes Theodor Baargeld
(Elektrofotografischer Ausdruck auf Fotoarchivpapier)